Saisonabschluss in Indien – 62 Tiger, zwei Tiger vom Boot und die Zukunft von THE BUSHLOVER SAFARIS

Brigitte Nickel-Zeiger • 8. Juni 2026

Manchmal reist man nach Indien, um Tiger zu sehen.

Manchmal reist man nach Indien, um zu arbeiten.

Und manchmal reist man nach Indien, um beides zu tun.

Genau deshalb bin ich mitte Mai noch einmal allein nach Indien geflogen.

Die Saison neigte sich dem Ende entgegen, der Monsun steht bereits vor der Tür, bevor die Parks für 3 Monate schließen.

Gemeinsam mit meinem langjährigen Partner vor Ort wollten wir die vergangenen Reisen auswerten, neue Ideen entwickeln und unsere Safaris noch einmal selbst erleben.


Nach meiner Landung in Delhi um 1:15 Uhr nachts ging es nach den Visaformalitäten direkt weiter zum Bahnhof. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Khajuraho. Nach vielen Stunden Reise erreichten wir am Nachmittag unser Ziel.

Bei Temperaturen von knapp 38 Grad besuchten wir zunächst die beeindruckenden Tempelanlagen von Khajuraho. Obwohl ich bereits mehrfach hier war, fotografierten wir die Tempel dieses Mal mit anderen Augen.

Vielleicht liegt genau darin die Faszination des Reisens – dieselben Orte erzählen immer wieder neue Geschichten.


Am Abend fuhren wir weiter in das nur etwa 30 Minuten entfernte Panna Tiger Reserve.

Nach dem Dinner wurden die Kameras vorbereitet, denn am nächsten Morgen begann die Safari.


Was dann folgte, übertraf selbst meine Erwartungen.

Fünf Tage verbrachten wir im Panna Tiger Reserve, anschließend sieben Tage im Bandhavgarh Tiger Reserve.

Am Ende standen unglaubliche 62 Tigersichtungen in meinem Notizbuch:

  • 28 Tiger in Panna
  • 34 Tiger in Bandhavgarh

Natürlich erzählen Zahlen nur einen Teil der Geschichte.


Einer der beeindruckendsten Momente war die Begegnung mit D1, dem König von Bandhavgarh. Groß, kraftvoll und mit einer Präsenz, die man nicht vergisst.

Doch diese Reise bestand aus weit mehr als Tigersichtungen.

Viele Stunden warteten wir geduldig auf Hinweise aus dem Wald. Alarmrufe von Hirschen oder Languren verrieten oft die Nähe eines Tigers. Manchmal gab es jedoch keinerlei Anzeichen. Dann vertrauten wir auf die Erfahrung unserer Fahrer und Guides.


Nicht selten hörte ich den Satz:

„Ich weiß, wo er ist.“

Und tatsächlich standen wir kurze Zeit später allein vor einem Tiger.


Diese Momente zeigen immer wieder, wie wichtig die Menschen vor Ort sind. Unsere Fahrer und Guides begleiten uns seit vielen Jahren. Sie kennen die Tiere, die Wege und die Zeichen des Waldes besser als jeder andere.

Neben den Tigern begegneten wir Lippenbären, Languren, zahlreichen Vogelarten, Monitor Lizards und vielen weiteren Bewohnern der indischen Wälder.


Besonders die Lippenbären hatten es uns angetan. Mehrfach sahen wir sie in den Abendstunden, doch das Licht war oft bereits zu schwach zum Fotografieren. Umso größer war die Freude, als wir in Bandhavgarh einem Lippenbären ganz allein begegneten und ihn ausführlich fotografieren konnten.

Auch die Natur selbst hinterließ bleibenden Eindruck. Die Zikaden erzeugten eine Lautstärke, die teilweise an eine Kreissäge erinnerte. Ihre Rufe erreichen bis zu 100 Dezibel und übertönten in manchen Bereichen des Waldes jedes andere Geräusch.


Die Hitze war ein ständiger Begleiter. Täglich zeigte das Thermometer zwischen 38 und 44 Grad. Gleichzeitig sorgte die Trockenheit dafür, dass sich viele Tiere an den Wasserstellen sammelten – ideale Bedingungen für Beobachtungen.

Doch dann kam der Moment, den ich wahrscheinlich noch viele Jahre erzählen werde.

Der Höhepunkt dieser Reise.

Bereits am ersten Tag im Panna Tiger Reserve unternahmen wir eine Bootssafari auf dem Ken River. Der Fluss eröffnet eine völlig andere Perspektive auf die Wildnis und gehört zu den besonderen Erlebnissen in Panna.

Plötzlich waren sie da.

Zwei Tiger.

Vom Boot aus.

Wir konnten sie beobachten, fotografieren und diesen unglaublichen Augenblick genießen.


In mehr als elf Jahren Safari-Erfahrung gehören diese Minuten zu den außergewöhnlichsten Begegnungen, die ich je erlebt habe.

Allein dafür hätte sich die Reise bereits gelohnt.


Neben den Tierbeobachtungen arbeiteten wir intensiv an der Zukunft unserer Safaris. Die ONLY TIGERpure Touren für November 2026 und März 2027 wurden überarbeitet. Neue Parks kamen hinzu, andere wurden bewusst nur kurzzeitig ersetzt.

Gemeinsam mit unseren Fahrern optimierten wir außerdem die Safari-Fahrzeuge. Die Mittelbank wurde entfernt, damit Fotografen deutlich mehr Platz für ihre Ausrüstung haben – eine kleine Veränderung mit großer Wirkung.


Unser Ziel bleibt unverändert:

Wir möchten nicht irgendeine Tigersafari anbieten.

Wir möchten die bestmögliche Tigersafari anbieten.


Mit erfahrenen Fahrern, hervorragenden Guides, kleinen Gruppen und maximalem Komfort für Fotografen.

Deshalb werden zukünftige Reisen verstärkt auf Inlandsflüge setzen. Die gewonnene Zeit investieren wir lieber in die Wildnis als in lange Transfers.


Auf der Rückfahrt nach Delhi saß ich im Nachtzug und dachte über die vergangenen zwei Wochen nach.

Über die Tiger.

Über die Menschen.

Über die vielen Gespräche.

Über neue Ideen.

Und über die tausenden Bilder, die nun darauf warten, gesichtet zu werden.


Für jeden einzelnen Tag dieser Reise habe ich Notizen angelegt. Aus ihnen wird in den kommenden Monaten ein umfangreiches Reisemagazin entstehen – über Tiger, Abenteuer, Fotografie und die Menschen hinter THE BUSHLOVER SAFARIS.


Denn am Ende geht es nicht nur um Sichtungen.

  • Es geht um Leidenschaft.
  • Um Geduld.
  • Um Vertrauen.
  • Und um die Liebe zur Wildnis.


Deshalb verlasse ich Indien wieder mit schwerem Herzen.

Denn jedes Mal bleibt ein Teil von mir hier zurück.


Zwischen den Wäldern von Panna, den Wegen von Bandhavgarh und dem Ruf der Tiger,

der mich immer wieder zurückkehren lässt.

Euer Bushlover Brigitte


Unten habe ich einige Fotos für euch, von den Tempelanlagen in Khajuraho, über die beiden Tiger Reservats,

unser Auto -so wie sie in der Zukunft aussehen (sofern wir aus allen Parks die Erlaubnis haben). Und natürlich unsere Tiger mit all ihren Facetten!


ONLY TIGERpure ist nun fertig mit allen Terminen für November und ONLY TIGERpure special März 2027


Eine Tigersafari besteht nicht nur aus Sichtungen

Sie besteht aus Geduld, Erfahrung, Leidenschaft und den Menschen, die hinter den Kulissen alles dafür tun, dass aus einer Reise ein unvergessliches Erlebnis wird.

Gemeinsam mit unserem Team aus erfahrenen Fahrern, Guides und langjährigen Partnern arbeiten wir mit Herzblut daran, Ihnen die bestmögliche Tigersafari zu ermöglichen. Wir kennen die Parks, die Herausforderungen vor Ort und die kleinen Details, die oft den Unterschied zwischen einer guten und einer außergewöhnlichen Safari ausmachen.


Bei Fragen stehen Ihnen unser gesamtes Team und ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns darauf, Sie im November 2026 oder März 2027 in Indien begrüßen zu dürfen – auf der Suche nach Licht, besonderen Begegnungen und dem König des Dschungels.


THE BUSHLOVER SAFARIS

Wildlife & Culture Travel